Das zweite Zelda innerhalb von zwei Jahren für den DS (Twilight Princess mitgerechnet, sogar das dritte in drei Jahren insgesamt) - allein dafür muss ich an dieser Stelle mal meinen Respekt loswerden. Und das, obwohl ich sowohl zu Twilight Princess, als auch zu Phantom Hourglass ein eher gespaltenes Verhältnis habe. Trotzdem: Ein neues Zelda! Yeah!
Aus Boot mach Zug
Ein Blick auf die Verpackung reicht aus: Link hat in Spirit Tracks kein Boot mehr, sondern ist auf eine Lokomotive umgestiegen. Ein Blick auf diesen Satz wird aber auch ausreichen, um klar zu machen, dass sich die Lok prinzipiell genauso steuert, wie das Boot. Einziger Unterschied: Die Routen gehen nicht mehr kreuz und quer übers Wasser, sondern man zeichnet sie eben auf Gleisen ein. Ansonsten ist aber der grundsätzliche Spielablauf so, wie man es von Phantom Hourglass her kennt: Um weitere Gebiete zu erschließen, muss man nach jedem Dungeon in einen Turm, um sich dort mit Phantomen rumzuärgern. Was mich auch gleich an den Punkt bringt, wieso ich mit Phantom Hourglass ein so gespaltenes Verhältnis habe. Aber dazu fange ich besser einen neuen Absatz an.
Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen
Die Abschnitte mit den Phantomen - der Schmerz im Arsch von Phantom Hourglass. Wo ich jetzt schon zweimal von einem gespaltenen Verhältnis zu Phantom Hourglass gesprochen habe, möchte ich doch mal klarstellen: Es handelt sich um ein ganz grandioses Spiel! Die Steuerung per Touchscreen ist phantastisch, die Grafik (für DS-Verhältnisse) großartig und das ganze Setting im Windwaker Stil hat bei mir sowieso einen Stein im Brett. Nur diese ewig gleichen, nach jedem Dungeon anstehenden und unter Zeitlimit zu absolvierenden Besuche im Phantom-Verließ! Ahhr!
Töpfchen: Die Phantome sind auch dieses mal wieder dabei. Aber: Man muss bereits geschaffte Abschnitte nicht bei jedem Besuch wieder hinter sich bringen und es gibt kein Zeitlimit mehr. Besser noch: Die Abschnitte spielen sich jetzt eher wie Zugaben des jeweils davor
geschafften Dungeons. Wenn man also den Bumerang erhalten hat, dann braucht man ihn auch anschließend im Phantomturm. Abseits davon wurde scheinbar jedes Element aus Phantom Hourglass einer strengen Prüfung unterzogen und in aufgemotzter Form in Spirit Tracks eingebaut. Das fängt mit simplen Dingen wie dem Purzelbaum an (Man muss jetzt keine Kringel mehr zeichnen, sondern zweimal auf den Screen tippen), geht über die wesentlich sinnvoller und spaßiger in den Spielablauf eingebauten Schätze (die nicht nur dazu da sind, wenn man mal Rubine braucht) und endet nicht zuletzt bei den zahlreichen kurzweiligen Nebenbeschäftigungen (Leute und Material in der Gegend rumkutschieren, sowie einiges an versteckten Örtlichkeiten, Minispielen und anderer Sammelaufgaben entdecken).
All aboard the Fun-Train (With Guns)
Gerade hab ich den vorherigen Abschnitt nochmal gelesen und stelle fest, das ich mich anhöre, als hätte ich das für ein Spieleheft geschrieben. Oh Gott, sorry! Also, um mal ganz deutlich zu werden: Ich liebe dieses Spiel! Hier noch ein Ausrufezeichen:! Vergesst das ganze aufgeblasene Gewäsch von oben. Spirit Tracks ist das Zelda, auf das ich seit Windwaker gewartet habe! Alle Element des Spiel greifen wunderbar ineinander, Sidequests, Dungeons, das interessanter gestaltete umherreisen in der Spielwelt. Vergesst auch sinnlose Quests, wie das sammeln der 60 Geisterseelen von Twilight Princess, deren Belohnung (Rubine) sowieso nichts bringt oder die im Vergleich zu Spirit Tracks geradezu leere Welt von Phantom Hourglass. In jeder Ortschaft gibt es mindestens zwei bis drei Dinge zu erledigen und von diesen Ortschaften gibt es eine ganze Menge. Ich weiß es ist ein abgelutschter Satz, aber: Wieso lest ihr noch? Kauft dieses Spiel! Nein, Moment - kauft mehrere und schenkt euren Kindern, Geschwistern und Freunden mit DS auch gleich eines. Und wenn ihr dann gerade dabei seid, verbrennt auch gleich den ganzen anderen Ponyhof-, Minispiel und Detektiv-Mist, den sie höchstwahrscheinlich besitzen und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, dass sie verdammt nochmal ebenfalls in ihren Twitter-, Facebook- und Myspace-Accounts die frohe Botschaft verbreiten sollen: Dass dieses Spiel all dem unerträglichen Scheißdreck, der die DS-Regale im Elektrodiscounter um die Ecke zur Wall of Shame verkommen lässt, vorzuziehen ist. Denn wir reden hier von einem Spiel mit Charakter, einem liebevoll gestalteten Meisterwerk, wie es - Wii-Fit, Dummeslizenzspiel 5 und Billigesremake XY sei dank - immer seltener erscheint und dann oft auch noch fürchterlich floppt. Tingle´s Rosy Rupeeland sei hier als ein Beispiel genannt (Und ich floppe hier ebenfalls, denn das Review zu diesem Spiel schimmelt seit Monaten in einer dunklen Ecke als Draft irgendwo in Kantenflimmernland - Buhhh!), GTA - Chinatown Wars als ein anderes.
Okay, okay, eine Sache fällt mir gerade noch ein, die man ins Kröpfchen werfen könnte: Die Hintergrundstory. Irgendwelche Götter haben den Dämonenkönig in den Turm gesperrt und die Gleise haben auch was damit zu tun, genaues weiß ich aber nicht, denn ich bete keine Gleise legenden Götter an, weswegen ich den Blödsinn auch nur am Rande wahrgenommen habe. Das Spiel macht es einem aber auch sehr leicht, die Story zu ignorieren. Man erfährt am Anfang, wer der Böse ist und hat dann größtenteils Ruhe und kann sich den kleinen, wesentlich unterhaltsameren Begebenheiten in den verschiedenen Ortschaften widmen. Wenn ichs mir genauer überlege ist das eigentlich auch ein Fall fürs Töpfchen, denn die aufgeblasene Story von Twilight Princess fand ich reichlich daneben und dämlich (Wie viele Götter gibts eigentlich in Hyrule?!) und ich bin ganz froh, dass Nintendo hier wieder etliche Gänge zurückgeschaltet hat.
Fazit
Whatever. Kauft das jetzt! Definitiv das beste Handheld Zelda und zusammen mit Ocarina of Time
(bzw. dem ultraluxeriösen Remake Twilight Princess) ohne Zweifel das vollständigste und ausgereifteste Zelda aller Zeiten.
Falls irgendwer von euch da draußen in einer Parallelwelt leben sollte, in der es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass man pro Tag nur ein Youtube Video anschauen darf, dann muss (muss!) es heute Truckers Delight von Flair sein. Alternativlink für solche, die Vimeo lieber mögen.
Hier kann man sich im übrigen noch mehr von Flair anhören (Vorsicht, Myspace!)
Während ich mir beim durchblättern der ganzen alten Magazine mehr als einmal ein Tränchen der Nostalgie wegwischen muss, so kommt es auch mal vor, dass mir die Augen aus ganz anderen Gründen tränen:
Hier kann nur eine Menge Gras oder der Wunsch, dem Chef eins auszuwischen Grund gewesen sein, dieses Monster an Hässlichkeit auf die Öffentlichkeit los zu lassen! Ein Meisterwerk des hässlichen und für mich ein Grund Mirage (Jep, das sind genau die, die so manchem mit ihrem “Meisterwerk” Rise of the Robots 130 Mark aus der Tasche gezogen haben) doch irgendwie cool zu finden.
In der ständig wachsenden Sammlung von lustigen, hässlichen oder ganz einfach nur die Vergangenheit einfangenden Werbeanzeigen aus den Neunzigern (plus ein paar von 2001) findet ihr noch eine ganze Menge mehr neues Altes zum anschauen:
Und obwohl ich mittlerweile einiges an Lebenszeit mit dem durchblättern alter Magazine verbracht habe, wird der Stapel einfach nicht kleiner. Mir scheint, die Vergangenheit wird immer größer, je älter ich werde. Seltsames Leben.
Die Zeiten in denen ich probierte Pressekonferenzen per Stream zu empfangen oder wenigstens eine Seite zu finden, die live jede Neuigkeit postete, sind längst vorbei… und trotzdem verfolgt man jede E3 aufs Neue. Auch wenn die ganze Geschichte in den letzten Jahren etwas verwässerte.
Was kann man also über die E3 2009 sagen? Viel Diskussionsstoff gibt’s allemal!
Microsoft
Microsoft gilt für viele als Sieger der E3. Und das nicht zu Unrecht, hatte man doch die meisten großen Spiele in seiner PK. Fortsetzungen wie das neue Call of Duty, Forza 3, Left4Dead 2 oder Crackdown 2 werden wohl nur Fans jubeln lassen. Viel interessanter ist da schon Splinter Cell: Conviction. Dieses geht in eine actionreichere Richtung und legt neuerdings auch mehr Wert auf Style. Der Trailer sah ziemlich vielversprechend aus, weil man, trotz vieler neuer Elemente, immer noch Schleichen und Infiltrieren darf. Das Highlight war für mich Alan Wake, welches von den Max Payne-Machern Remedy kommt. Es sieht wirklich sehr stimmig aus, gewinnt mit seiner Anlehnung an Resident Evil aber wohl auch keine Innovationspreise. Trotzdem glaube ich, dass da nix schief gehen wird. Leider kommt’s erst im Frühling nächsten Jahres.
Neben diesen bekannten Kamellen gab es noch zwei richtig große Neuankündigungen. Halo Reach überrascht dabei nicht unbedingt, war es doch klar, dass früher oder später ein neuer Teil rauskommt. Ob Reach allerdings der “Nachfolger” vom dritten Teil wird oder wieder ein Spin-off daraus wird, wurde nicht ganz klar. Der einminütige Trailer wurde von Bungie wohl noch vorgestern in der Mittagspause zusammengeschustert und ist mehr als nichtssagend.
Die beiden Megatons sparte man sich zum Schluss auf. Hideo Kojima kündigte ein EXKLUSIVES (!) Metal Gear Solid für die Xbox 360 an. Rising solls heißen, Raiden wird wohl die Hauptrolle spielen und das ganz im Look von MGS4. Ein Tag später kamen aber schon Meldungen auf, wonach Rising auch für die PS3 kommt. Wen hat’s gewundert? Überraschter konnte man schon von “Project Natal” sein, Microsoft’s Versuch Nintendo’s Remote zu kopieren. Sah beeindruckend aus, hat aber ebenfalls wenig Aussagekraft…
Sony
Ein ordentliches Portfolio hatte auch Sony zu bieten. Final Fantasy XIV wurde, noch bevor XII raus ist, EXKLUSIV (!!) für die PS3 angekündigt. Typisch Square. Handfesteres gab’s da schon von Uncharted 2 zu sehen. Sieht toll aus. Gran Turismo 5 trieb vielen Tränen in die Augen, während andere mit zufallenden Augen zu kämpfen hatten. God of War 3! Same Metzling as every year! Sieht toll aus, verpasst aber ebenfalls das Weihnachtsgeschäft und kommt erst im März.
Die größte, wirkliche, Neuigkeit gab’s wohl von Rockstar North. Diese werden mit Agent nämlich ein EXKLUSIV (!!!)-Spiel für Sony’s Kiste entwickeln. Es soll Videospiele völlig neu definieren. Immerhin wissen wir das jetzt. Das absolute Highlight war aber wohl The Last Guardian, das neue Spiel der Ico- und Shadow of the Colussus-Macher. Was man von diesen Spielen auch halten mag, aber The Last Guardian sieht abermals ziemlich episch und vorallem einmalig aus. Es ist beileibe keine Überraschung, dass Team Ico nach den Reaktionen (von wegen, arme Kreatur und so) auf SotC nun den Spieler mit einem Koloss (?) zusammenarbeiten lässt.
Das Sony-Spiel, auf das ich mich am meisten freue, wurde auf der E3 leider nicht gezeigt. Heavy Rain. Das lässt leider nicht darauf deuten, dass es die nächsten Monate kommt. Allgemein kommt’s mir so vor, als ob die Publisher dieses Jahr etwas davon wegrücken _jedes_ bekloppte Spiel noch vor Weihnachten rauszubringen. Mit Alan Wake und God of War 3 sind bspw. schon zwei Hochkaräter fix für Anfang 2010 angekündigt.
Nintendo
Bei Nintendo war auffällig, dass sie, nach vielen Unkenrufen, dem “Hardcore-Gamer” wieder mehr Stoff biete wollen. Und so wurden einige neue Spiele zu bekannten Marken angekündigt. Es sei aber mal dahingestellt, wie “neu” diese sein werden. New Super Mario Bros. Wii wird wohl ein Aufguss der DS-Episode, mit zusätzliche Mehrspielermodi. Sorry, aber: das braucht keine Sau. Viel mehr kann man sich da auf Super Mario Galaxy 2 freuen. Wobei… wenn ich mir denke, wie wir gejubelt haben, wenn früher ein neues großes (!) Mario angekündigt wurde, ists schon seltsam, wie wenig die Begeisterung dieses Mal war. Was aber wohl auch daran liegt, dass Galaxy 2 eher sowas wie ein “Missionpack” wird. Wenns gut gemacht ist, ist sowas sicherlich legitim. Gerade weil das Original weiterhin das beste Wii-Spiel überhaupt ist. Aber vom Hocker hauen kann Nintendo hiermit höchstens die Fanbois.
Apropos! Für diese dürfte gestern wohl Weihnachten gewesen sein. Neben zwei neuen (naja) Mario-Spielen wurde auch ein neues Zelda für Wii ankgekündigt. Vermutlich wird das zwar noch mindestens bis Weihnachen 2010 dauern, aber es ist zumindest ein weiterer Grund seine Wii NICHT zu verkaufen. Überraschend fand ich damals auch die Ankündigung von Sin & Punishment 2, mit dem man sicher nicht wahnsinnig viel Asche machen wird. Das Ganze wurde auf der E3 in längeren Spielszenen gezeigt und sieht echt nett aus.
Das Highlight der Nintendo-PK war aber definitiv das neue Metroid. Nein, kein neues Prime. Nintendo hat sich indes mit Team Ninja (Ninja Gaiden!) zusammengetan um Metroid: Other M zu produzieren. Was man auch sagen will, aber solche Überraschungen sind es doch, die so eine Messe ausmachen. Der Trailer sah zwar verdammt hektisch aus, aber ich denke, Team Ninja KANN diesen Karren gar nicht vor eine Wand fahren. Es sei zwar dahingestellt ob das nun das Ausmelken einer Marke ist und es nicht sinnvoller gewesen wäre, ein neues Franchise dafür zu verwenden… aber erstens ist die Aktion aus marketing-technischer Sicht nur allzu verständlich und zweitens war der Sprung von Super Metroid zu Metroid Prime für viele ja schon damals ein Schlag in die Fresse. Klar, Prime schaffte es, perfekt wie kein anderes Spiel, das Feeling der 2D-Teile in 3D-Welten rüberzuretten. Insofern war der Stilbruch nicht ganz so groß. Aber ich kann mir eine Kombination aus Prime und Ninja Gaiden richtig gut vorstellen. Wenn zwischendrin auch mal ruhigere Passagen liegen…
Die Third Parties
Wo die First Parties mit großen Namen protzten, da war bei den Third Parties viel Unspektakuläres dabei. Überhaupt zeigte sich hier, wie beschränkt die Videospielwelt mittlerweile ist. Es scheint fast so, als ob es außer Kriegs-, Horror-, Agenten-Settings nix mehr gibt. Spielerisch reduziert es sich auf Ballerei und Metzelei. Wenn hoch herkommt werden die einzelnen Zutaten noch miteinander vermischt. Und wehe, es hat mehr als drei Farben! Nichts gegen Spiele wie Alpha Protocol (Sega), Singularity (Activision) oder TheSaboteur (EA). Die mögen vielleicht auch ganz gut werden. Aber sie haben absolut nix Besonderes. Obwohl ich zu diesen Spielen Trailer gesehen und/oder Previews überfolgen habe, kann ich mich im Nachhinein an nix Erwähnenswertes mehr erinnern. Diese Spiele dann auch noch im Weihnachtsgeschäft gegen mindestens zwei, wenn nicht drei ähnliche Spiele auflaufen zu lassen, ist der größte Schmarrn überhaupt. Im Zweifelsfall greifen die meisten dann sowieso zu den bekannten (und wohl auch besseren) Nachfolger von Bioshock, Splinter Cell, Mafia oder Call of Duty. Ein gutes Beispiel ist auch EA’s Dante’s Inferno, welches ok, aber gleichzeitig auch völlig langweilig aussieht. Zur Krux hinzu kommt, dass es wohl ziemlich zeitnah mit God of War 3 erscheinen soll.
Doch kommen wir zu den besseren Spielen der Third Parties. Ubi Soft hatte davon wohl am meisten zu bieten. Assassin’s Creed 2 sieht abermals famos aus. Hoffen wir nur, dass es diesmal mehr spielerischen Gehalt gibt. Obwohl ich mir eigentlich sicher bin, dass die Entwickler genau dort die Hebel ansetzen werden, weil man nicht einfach so 90% aller Reviews ingorieren kann. Freuen tu ich mich auch auf No more Heroes 2. Ein Nachfolger den man nicht unbedingt erwarten durfte. Unbedingt den lustigen Trailer anschauen!
Nichtssagend wie so vieles auf der E3 war auch der Trailer zu Mafia 2. Aber weil ich den ersten Teil liebte, werde ich den Nachfolger wohl sowieso blind kaufen. Mitten hinein in die dunkle, erwachsene Welt schlugen Eidos mit ihrem schrägen Mini Ninjas. Eine bunte, kindgerechte (!) Mischung aus Jump’n Run und Metzelei. Nett.
Und zu guter Letzt will ich noch Silent Hill: Shattered Memories erwähnen. Als Fanboy bin ich von dem Gezeigten hin und her gerissen. Einerseits wirkt Shattered Memories für Serienverhältnisse schon sehr comichaft, andererseits sieht es viel frischer aus als die letzten beiden Spin-offs “Origins” und “Homecoming”. Gespalten gegenüber stehen darf man wohl auch der Frage, wie sehr sich Climax am Original orientieren werden. Immerhin ist SM eine Neuinterpretation des heiligen ersten Teils. Sowas kann immer in die Hose gehen. Von dem was man bisher gesehen hat, halten sich Climax nur lose am vorhandenen Faden. Spielerisch wirkt’s aber recht frisch. Vorallem die Verfolgungsjagden (man kann keine Gegener töten) könnten spannend werden. Das kam schon in Resident Evil 4 oder Call of Cthulu gut rüber. Shattered Memories kommt zwar auch für PS2 und PSP, ist aber wohl nur auf der Wii sinnvoll. Vorallem weil das Ausleuchten mit der Taschenlampe ein zentrales Element wird. Als eigenständiges Spiel könnte SM somit eine interessante Sache werden, als Serienteil könnte es aber einige Widrigkeiten geben.
Die E3 war atemberaubend, toll und einfach nur schön. Wir schalten zurück ins verregnete Deutschland. Ich hoffe auch nächstes Jahr wieder EXKLUSIV (!!!!) für Sie berichten zu dürfen.
Die Welt in der die Bild-Zeitung und ihre Schreibknechte existiert, ist ganz offensichtlich ein schlichtes, einfach gestricktes und nur in schwarz/weiß verfügbares Addon zur echten Welt.
Anders kann ich mir einfach nicht erklären, dass aus einer tragischen Geschichte über eine junge Frau, die ihre Kinder kurz nach der Geburt umgebracht hat, ein wilder Ritt durch scheinbar sinnlos aneinander gereihte Wörter wird, an dessen Ende der durchschnittliche Bild Konsument nur “Ja scheiß die Wand an, was musses denn auch sonen süchtigmachendes Internet Zeug mit Krieg geben. Wann verbieten die Politiker das denn endlich?! Erhöhen eh dauernd ihre Diäten, da könnense doch auch mal was gescheites machen und die armen Kinder retten!” denken wird.
Klar, ich bin nicht so naiv und denke, dass die Bild irgendetwas in einem größeren Kontext betrachtet und sich Gedanken darüber macht, wie man über ein Verbrechen berichten könnte, das den Horizont von “normal” im Leben stehenden Menschen um ein vielfaches übersteigt. Es ist nach wie vor die Bild. Papierverschwendung, um mit Blut, Titten und Hass Geld zu verdienen.
Aber trotzdem muss man manchmal einfach inne halten, seine vom Informationsoverkill verstopften Rezeptoren weit öffnen und sich dem überwältigenden Wahnsinn eines derartigen Verbrechens aussetzen. Eine Frau, etwa so alt wie wohl der durchschnittliche Kantenflimmern Leser, hat ihre zwei Kinder mit ihren eigenen Händen getötet. Irgendetwas in ihr war stärker als der Mutterinstinkt. Irgendetwas in ihr hat abgewogen und danach entschieden, dass es sich besser mit der Schuld am Tod von zwei Babys leben lässt als mit ihnen. Irgendetwas hat eine Frau soweit kommen lassen, jegliche Logik zu vergessen und etwas zu tun, das mir noch nicht mal in wirklich üblen Albträumen untergekommen ist. Was einen Menschen dazu bringt, etwas derartiges zu tun, kann ganz einfach nicht mit einem einzigen Grund erklärt werden. Millionen kleine Teilchen kommen da zusammen, Erlebnisse, Erfahrungen, Beziehungen, Ängste, Druck - alles zusammen führte im Endeffekt dazu, dass eine Frau ihre Kinder ermordet hat. Nicht ein Videospiel. Und nein, auch keines das erwiesenermaßen gehöriges Suchtpotential aufweist.
Fucking Shit, was für ein gefühlsbehindertes Pack muss man sein, um aus etwas derart krassem eine “Die Alte hat halt dauern World of Warcraft gezockt und dann ihre Pille vergessen und weil sie halt weiterzocken wollte hat sie halt ihre Kinder tot gemacht” Story zu basteln? Ich muss sagen, dass es mir immer wieder aufs neue die Kinnlade runterrasseln lässt, wenn ich sehe, dass Gossenblätter ala Bild wie beschissene Elefanten durch den Porzellanladen trampeln. Nur dass der Porzellanladen das Leben ist. Und dass man Porzellan leichter wieder kitten kann.
Aber wenn ein 17 Jähriger Farcry aufm Rechner hat, dann schreien alle Elefanten auf und zeigen mit dem Finger drauf und machen mords Schlagzeilen daraus, damit sich das Rad der dümmsten Meldungen weiterdreht und so noch mehr Anzeigenplätze für das “Volksauto”, Versicherungen und Wichsnummern verkaufen lassen.
Ach so, natürlich kann man sich World of Warcraft im Bild Onlineshop kaufen. Wär ja noch schöner, wenn die da nicht mit nem Spiel, das vermeintlich Schuld am Tod zweier kleiner Kinder hat, ein paar Euro extra machen würden.
ich habe gerade Ihre Pressemitteilung vom 31.03.2009 gelesen und muss Ihnen gestehen, dass es mir schwer fällt, meine Wut im Zaum zu halten. Falls Sie nun annehmen, dass das daran liegt, dass ich in meinem Leben bereits viele Videospiele konsumiert habe und mich deswegen nicht richtig im Griff, dann muss ich Sie enttäuschen.
Vielmehr rührt meine Wut über Sie und Ihre Worte daher, dass ich selten etwas so bigottes und dummes gelesen habe. Und glauben Sie mir, ich kaufe beinahe täglich etwas beim Bäcker und kenne daher ebenso fast täglich die Bild Schlagzeile, ich weiß also durchaus, was die Worte bigott und dumm bedeuten.
Ich kenne Sie nicht persönlich, kann also auch nicht sagen, ob sie dumm sind und daher diese gottverdammte Bigotterie, die praktisch aus jedem Wort Ihrer Pressemitteilung tropft, eine Art natürliche Weiterentwicklung ist. Auch weiß ich natürlich nicht, ob Sie ganz einfach so von Ignoranz zerfressen sind, dass Sie gar nicht in der Lage wären, etwas vernünftiges, gar vielleicht konstruktives zu einem Thema zu schreiben, von dem Sie ganz offenbar keine Ahnung haben.
Aber um auf Ihre Worte zurück zu kommen. Und die Sache mit der Bigotterie.
Die Überschrift ihrer Pressemitteilung lautet:
Keine Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware
Ich sehe an dieser Stelle einmal von der haarsträubenden Dummheit dieser Forderung ab, da ich Kopfschmerzen bekomme, wenn ich versuche, die Logik darin zu entdecken. Vielmehr frage ich mich, wieso Sie denken, es ist eine gute Idee, in Ihrem Lebenslauf zu erwähnen, dass sie bereits an mehreren Wehrübungen teilgenommen haben? Also an einem groß aufgezogenen TÖTUNGSTRAINING? Mit echten Knarren und dem ganzen Kram. Sie wissen schon, so wie in Tötungstrainingssoftware nur ohne Software. Den Reserveoffizierslehrgang haben Sie sogar als “Lehrgangsbester” abgeschlossen.
Darf ich also davon ausgehen, dass Sie ziemlich genau wissen, wie man Menschen abknallt? Wenn ja, wie kann ich sicher sein, dass sie nicht irgendwann mal rumlaufen und genau das tun? Ich mein ja nur, so als Lehrgangsbester.
Lieber Herr Innenminister, lassen Sie mich mit den Worten schließen, dass ich Ihnen wünsche, dass Sie in Wirklichkeit nicht so dumm und bigott sind, wie man anhand ihrer Pressemitteilung annehmen muss.
Mit den freundlichen Grüßen eines Kriegsdienstverweigerers,
Schaedel
PS: Sie sollten auch nochmal das Gleichstellen von Videospielen mit Kinderpornos überdenken. Ernsthaft.
Mashups sind entweder total scheiße oder total großartig. Diese hier sind total großartig:
In dem kleinen Player verstecken sich mehrere Mixes, die man durchzappen kann. Da ich nicht sonderlich bewandert in Sachen Hip-Hop bin, weiß ich nicht, ob ich jetzt hier Zeug von total uncoolen Rappern hype aber eigentlich ist mir das auch total Schnuppe. Zumindest “Common” war mir mit The People schon positiv im Gehör hängen geblieben. Aber wie auch immer, interessant zu hören ist die wilde Mischung aus Beats, Zelda-Melodien und Raps alle male. Direktlink zu den Mixes
Heiliges Kanonenrohr! Innovative Ideen für Spiele sind ja ganz grundsätzlich was gutes! Ist das Innovative an einem Spiel allerdings die Hektik, weiß ich nicht, ob ich daran was gutes finden kann. Seht selbst:
Wenn ich die schnell zusammengegoogleten Informationen richtig verstehe, dann handelt es sich bei Yuusha 30 um ein Spiel, das aus vier Teilen besteht: Ein Strategiespiel, ein Ballerspiel, ein Sidescroller und ein Rollenspiel. Jeder Teil ist 30 Sekunden lang. Ist die Zeit abgelaufen, ist das Spiel vorbei. Man kann aber offensichtlich die Zeit “nachfüllen”, weswegen es wohl doch jeweils etwas länger dauern wird, bis man einen Teil geschafft hat. Ach ja, das Spiel wird für die PSP erscheinen. Siehe auch Kotaku und die lustig aufgemachte Website zum Spiel.
Auch wenn es nicht unbedingt den Anschein danach hat, dass hier IRGENDEINER noch was mit Videospielen am Hut hat. Aber: HIER! ICH! Ich hab dieses Jahr ziemlich viel und für meine Verhältnisse sogar recht regelmäßig gespielt. Wie üblich in den letzten Monaten natürlich mehr. Was einerseits an der altbekannten Veröffentlichungspolitik der Publisher liegt. Andererseits aber auch an der Jahreszeit. Weil man, eingehüllt in drei Kuscheldecken und einer Tasse Tee an seiner Seite halt lieber spielt als nackt und mit Bier in der Hand.
Spricht man in 10 Jahren mal über das Videospieljahr 2008, wird man außer Massen an ”äääähhh”-s nicht sonderlich viel Schwelge-Stoff auf den Tisch bringen. Ganz ernsthaft, glaube ich kaum daran, dass man 2008 in einigen Jahren noch mit einem bestimmten Videospiel verbinden wird. 1991? Klempner gegen Igel! 1996? Titten! 1998? Zelda!! Continue reading ‘Review: 2008′
Ich weiß auch nicht, was ich an so Werbeanzeigen aus ollen Videospielmagazinen finde. Angenehm nostalgisches Rauschen vermischt mit Freude an platten Verkaufssolgans vielleicht, keine Ahnung.
Auf alle Fälle gibt es jetzt, hier und heute die kulturell total wichtige (und weltweit bestimmt größte) Sammlung von Werbeanzeigen aus deutschen Videospielmagazinen der Neunziger. Exklusiv und nur bei Kantenflimmern sozusagen.
Weiterer sinnloser aber lustiger Kram: Das komplette Fotoalbum mit über 50 100 Scans in verschiedenen Größen direkt auf Flickr oder hier auf Kantenflimmern (Tagcloud) durchklicken. Eine dufte Slideshow und einen RSS Feed für das Fotoalbum mit alten Werbeanzeigen gibts natürlich auch (Neue Scans kommen immer mal wieder dazu).