Review: Pro Evolution Soccer 6

November 4th, 2006 by jetsetradio

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Wenns da draußen neben Silent Hill auch nur eine Videospielreihe gibt die mir heilig ist und für die ich die Hand ins Feuer legen würde… dann ist das Pro Evolution Soccer. Mit Teil 2 entdeckte ich die Serie und erkannte wie mies die anderen Fußballspiele, die ich zuvor jahrelang spielte, eigentlich waren. Seitdem zeigte Konami wirklich eindrucksvoll WARUM jährliche Updates KEINE Abzocke sein müssen. Mal abgesehen davon, dass nach nem 1/2 bis 3/4 Jahr PES-Zockens die Luft raus war und man sich nach neuem Futter sehnte, verbesserten die Jungs ihre Serie auch von Jahr zu Jahr derart zielsicher, dass man am liebsten ein 10-Jahres-Abo für die nächsten Teile unterschreiben wollte.

Kollege Heffer findet zwar, dass es nach dem dritten Teil (von mir auch liebevoll “Pro Evolution Handball” genannt) stets bergab ging, doch der Spast spielt auch freiwillig FIFA, deswegen einfach ignorieren. Nun hat sich eigentlich dieses Jahr wieder das selbe ereignet. Ein neues PES ist wie Weihnachten. Zuerst gibts nen Schweinebraten, dann muss der Oppa dringend kacken um fürs faule Christkind die Klingel zu läuten und am Ende geben sich an der Bar allesamt die Kante. Bei Pro Evo läuft das so ab: zuerst erscheint die stets hochgelobte Japan-Version “Winning Eleven”, Monate später gehen viele kritische PES-Cracks auf die Barrikaden und liefern sich Flame-Wars mit eingefleischten Fanbois und am Ende erscheint der neue Teil dann irgendwann in Europa. War’s früher noch Anfang Dezember, isses jetzt schon Ende Oktober. Das verschiebt sich meistens um eine Woche nach vorne. Schätzomativ sind wir also mit PES 41 wieder im Dezember angelangt.

Ist der neue Teil dann erschienen, rennt man als Österreicher wie blöd von Elektroladen zu Elektroladen und stellt fest, dass einem hier noch der alte Teil als “neues” Pro Evo untergejubelt wird. So latscht man halt wieder deprimiert nach Hause, löscht um die Zeit tot zu schlagen seine PES5-Saves mit einem befriedigenden “auf Nimmerwiedersehen” und denkt ganz viel an Sex… ähm… 6. Mit drei bis vier Tagen Verspätung gibts das neue PES dann auch in Österreich. Das lag bestimmt an den Schneefahrbahnen, selbst wenn es dieses Jahr erst seit Anfang November weiß ist. Blind greift man im nächstbesten Laden zu und denkt sich erstmal “wow, schönes, frisches Cover”, nur um nach dem 3000. Anblick der immer gleichen, hässlichen Visagen das Kotzen zu bekommen. Das passiert dann irgendwann im März. Immerhin: kein Lukas Podolski. Kein Ronaldinho. Könnt auch April werden!

Zu Hause angekommen versucht man erstmal ganz cool zu bleiben. Am besten noch der Mutti beim Abwasch helfen, dem Kollegen am Telefon erzählen, dass man ne neue Freundin hat, die Kuschelschiene fahren muss und demnach die nächsten Wochen erstmal völlig verplant ist. Wenn nötig surft man ein paar versiffte Blogs ab. Schüler könnten auch noch irgendwas für die Schule machen. Hauptsache das Ganze noch etwas hinauszögern, Spannung erzeugen… Vorfreude ist die schönste Freude.

Irgendwann ist dann wirklich Schluss mit lustig und dann lässt sich das Öffnen der DVD-Case nicht mehr umgehen. Das ist wie der erste Besuch bei der Schwiegermutter. Es kann gut gehen, aber auch in einem völligen Desaster enden. Wobei ich keinem mehr Schwiegermütter als PESes wünsche. Vielleicht… vielleicht ist die Disc auch kaputt?

Nein. “Konami”. “Official Goods”. “JFA. MAX”. Käsiges Intro. “Drücken Sie eine Taste”. Ja, ist denn scho wieder Weihnachtn?

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