Review: The Legend of Zelda - Spirit Tracks
Januar 4th, 2010 by Schaedel
Das zweite Zelda innerhalb von zwei Jahren für den DS (Twilight Princess mitgerechnet, sogar das dritte in drei Jahren insgesamt) - allein dafür muss ich an dieser Stelle mal meinen Respekt loswerden. Und das, obwohl ich sowohl zu Twilight Princess, als auch zu Phantom Hourglass ein eher gespaltenes Verhältnis habe. Trotzdem: Ein neues Zelda! Yeah!

Aus Boot mach Zug
Ein Blick auf die Verpackung reicht aus: Link hat in Spirit Tracks kein Boot mehr, sondern ist auf eine Lokomotive umgestiegen.
Ein Blick auf diesen Satz wird aber auch ausreichen, um klar zu machen, dass sich die Lok prinzipiell genauso steuert, wie das Boot. Einziger Unterschied: Die Routen gehen nicht mehr kreuz und quer übers Wasser, sondern man zeichnet sie eben auf Gleisen ein. Ansonsten ist aber der grundsätzliche Spielablauf so, wie man es von Phantom Hourglass her kennt: Um weitere Gebiete zu erschließen, muss man nach jedem Dungeon in einen Turm, um sich dort mit Phantomen rumzuärgern. Was mich auch gleich an den Punkt bringt, wieso ich mit Phantom Hourglass ein so gespaltenes Verhältnis habe. Aber dazu fange ich besser einen neuen Absatz an.
Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen
Die Abschnitte mit den Phantomen - der Schmerz im Arsch von Phantom Hourglass. Wo ich jetzt schon zweimal von einem gespaltenen Verhältnis zu Phantom Hourglass gesprochen habe, möchte ich doch mal klarstellen: Es handelt sich um ein ganz grandioses Spiel! Die Steuerung per Touchscreen ist phantastisch, die Grafik (für DS-Verhältnisse) großartig und das ganze Setting im Windwaker Stil hat bei mir sowieso einen Stein im Brett. Nur diese ewig gleichen, nach jedem Dungeon anstehenden und unter Zeitlimit zu absolvierenden Besuche im Phantom-Verließ! Ahhr!
Töpfchen: Die Phantome sind auch dieses mal wieder dabei. Aber: Man muss bereits geschaffte Abschnitte nicht bei jedem Besuch wieder hinter sich bringen und es gibt kein Zeitlimit mehr. Besser noch: Die Abschnitte spielen sich jetzt eher wie Zugaben des jeweils davor
geschafften Dungeons. Wenn man also den Bumerang erhalten hat, dann braucht man ihn auch anschließend im Phantomturm. Abseits davon wurde scheinbar jedes Element aus Phantom Hourglass einer strengen Prüfung unterzogen und in aufgemotzter Form in Spirit Tracks eingebaut. Das fängt mit simplen Dingen wie dem Purzelbaum an (Man muss jetzt keine Kringel mehr zeichnen, sondern zweimal auf den Screen tippen), geht über die wesentlich sinnvoller und spaßiger in den Spielablauf eingebauten Schätze (die nicht nur dazu da sind, wenn man mal Rubine braucht) und endet nicht zuletzt bei den zahlreichen kurzweiligen Nebenbeschäftigungen (Leute und Material in der Gegend rumkutschieren, sowie einiges an versteckten Örtlichkeiten, Minispielen und anderer Sammelaufgaben entdecken).
All aboard the Fun-Train (With Guns)
Gerade hab ich den vorherigen Abschnitt nochmal gelesen und stelle fest, das ich mich anhöre, als hätte ich das für ein Spieleheft geschrieben. Oh Gott, sorry! Also, um mal ganz deutlich zu werden: Ich liebe dieses Spiel! Hier noch ein Ausrufezeichen:!
Vergesst das ganze aufgeblasene Gewäsch von oben. Spirit Tracks ist das Zelda, auf das ich seit Windwaker gewartet habe! Alle Element des Spiel greifen wunderbar ineinander, Sidequests, Dungeons, das interessanter gestaltete umherreisen in der Spielwelt. Vergesst auch sinnlose Quests, wie das sammeln der 60 Geisterseelen von Twilight Princess, deren Belohnung (Rubine) sowieso nichts bringt oder die im Vergleich zu Spirit Tracks geradezu leere Welt von Phantom Hourglass. In jeder Ortschaft gibt es mindestens zwei bis drei Dinge zu erledigen und von diesen Ortschaften gibt es eine ganze Menge. Ich weiß es ist ein abgelutschter Satz, aber: Wieso lest ihr noch? Kauft dieses Spiel! Nein, Moment - kauft mehrere und schenkt euren Kindern, Geschwistern und Freunden mit DS auch gleich eines. Und wenn ihr dann gerade dabei seid, verbrennt auch gleich den ganzen anderen Ponyhof-, Minispiel und Detektiv-Mist, den sie höchstwahrscheinlich besitzen und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, dass sie verdammt nochmal ebenfalls in ihren Twitter-, Facebook- und Myspace-Accounts die frohe Botschaft verbreiten sollen: Dass dieses Spiel all dem unerträglichen Scheißdreck, der die DS-Regale im Elektrodiscounter um die Ecke zur Wall of Shame verkommen lässt, vorzuziehen ist. Denn wir reden hier von einem Spiel mit Charakter, einem liebevoll gestalteten Meisterwerk, wie es - Wii-Fit, Dummeslizenzspiel 5 und Billigesremake XY sei dank - immer seltener erscheint und dann oft auch noch fürchterlich floppt. Tingle´s Rosy Rupeeland sei hier als ein Beispiel genannt (Und ich floppe hier ebenfalls, denn das Review zu diesem Spiel schimmelt seit Monaten in einer dunklen Ecke als Draft irgendwo in Kantenflimmernland - Buhhh!), GTA - Chinatown Wars als ein anderes.
Okay, okay, eine Sache fällt mir gerade noch ein, die man ins Kröpfchen werfen könnte: Die Hintergrundstory. Irgendwelche Götter haben den Dämonenkönig in den Turm gesperrt und die Gleise haben auch was damit zu tun, genaues weiß ich aber nicht, denn ich bete keine Gleise legenden Götter an, weswegen ich den Blödsinn auch nur am Rande wahrgenommen habe. Das Spiel macht es einem aber auch sehr leicht, die Story zu ignorieren. Man erfährt am Anfang, wer der Böse ist und hat dann größtenteils Ruhe und kann sich den kleinen, wesentlich unterhaltsameren Begebenheiten in den verschiedenen Ortschaften widmen. Wenn ichs mir genauer überlege ist das eigentlich auch ein Fall fürs Töpfchen, denn die aufgeblasene Story von Twilight Princess fand ich reichlich daneben und dämlich (Wie viele Götter gibts eigentlich in Hyrule?!) und ich bin ganz froh, dass Nintendo hier wieder etliche Gänge zurückgeschaltet hat.
Fazit
Whatever. Kauft das jetzt! Definitiv das beste Handheld Zelda und zusammen mit Ocarina of Time
(bzw. dem ultraluxeriösen Remake Twilight Princess) ohne Zweifel das vollständigste und ausgereifteste Zelda aller Zeiten.
10/10
Na, das glaub’ ich ja fast nicht, dass es hier wieder mal
was zu lesen gibt, das finde ich extrem erfreulich!
Ich habe in ST nur mal kurz reingeschnuppert, weil ich mich
noch zum letzten Endgegner von PH aufmachen muss, und mich
irgendwie davor drücke, aber mein erster Eindruck (20 Min.)
ist sehr positiv, v.a. bin ich froh, dass das Kringelzeichnen
zum Rollen weggefallen ist…
Schönes Review, kann das nur bestätigen. Pflichtkauf.